(Vorwort aus Desparada-News)
Gespräche gibt es viele - manche sind keine - andere sind wiederum so,
dass man sie hinterher bereut. Es gibt auch jene, die belanglos zu sein
scheinen, und es doch nicht sind. Von dieser Sorte scheint das Gespräch
zu sein, von dem in folgender Geschichte aus unserem Blogger-Netzwerk
die Rede ist:
http://muskelkater.wordpress.com/2009/12/13/ein-ganz-belangloses-gesprach-oder/
Von Muskelkater
Der Muskelkater hat als
Geheimagent wieder mal ein Gespräch aufgezeichnet, was euch sicher
interessieren wird. Aber auch erschrecken. Haltet euch also fest, wenn
ihr weiter lest:
„Du meinst also, das es so funktionieren könnte?“
„Ja,
genau so. Wenn wir es richtig anpacken und da die richtigen Professoren
überzeugen können“, er lacht und schnippt mit den Fingern, die das
Symbol für Geld sind, „dann machen wir das Geschäft unseres Lebens.“
„Noch
bin ich nicht so richtig überzeugt“, meldet sich sein Gesprächspartner,
der ein sehr gewichtiger Mann in den besten Jahren ist. Obwohl erst
Mitte 30, trägt er schon schütteres Haar, hat aber ein Lächeln eines
18-jährigen, was ihn bei allen, auch der Regierung, sehr sympathisch
macht. „Denke bitte daran, dass da eine sehr starke Gruppe ist, die uns
täglich mit Meldungen und Aufklärungen kommt. Lange können wir unsere
Hiobsbotschaften nicht mehr aufrecht halten!“
Sein
Gast läuft aufgeregt durch das Zimmer, drückt seine angerauchte
Zigarette aus, um sich gleich wieder eine neue anzuzünden. „Begreifst
du denn nicht, verdammt nochmal. Das ist jetzt unsere Chance. Das Volk
hat Angst. Das müssen wir ausnutzen“.
„Ja,
schon richtig. Aber denke bitte nochmal dran, dass auch die
Schweinegrippe ein Reinfall für uns war. Mehr kann ich nicht riskieren.
Die Leute passen zu sehr auf und glauben uns nicht mehr“.
„Ach
papperlapapp. Was sollen die Leute schon denken. Solange die
Bildzeitung das verbreitet, was wir haben wollen, ist doch alles gut.
Oder war dir deine letzte Einzahlung auf deinem Konto zu wenig? Sag,
dann erhöhe ich es um 20 Riesen.“
„Darum geht es doch garnicht. Und das weißt du ganz genau. Es geht um meine Glaubwürdigkeit!“
„Ach
nee, jetzt machst du, ausgerechnet du von der Bank, dir Sorgen um deine
Glaubwürdigkeit? – Mann, das ich nicht lache. Das hätte es in meiner
Zeit nicht gegeben.“
„Nagut, aber lange kann ich es nicht mehr durchhalten. Es hängt zuviel mit meinem Job zusammen, verstehste?“
„Warum
denn auf einmal so ängstlich?!!! So warst du doch früher nicht. Wir
haben doch diese Finanzkrise gemeinsam durch gestanden. Und sie ist
doch super gelaufen. Was hast du jetzt auf deinem Konto? Milliarden von
Dollar mehr. Die Schweinegrippe war unser tollstes Ding, was wir je
gedreht haben. Mann, die haben uns aus der Hand gefressen. – Und jetzt
zweifelst du???“
Der
Mann der Bank in seinem korrekt sitzenden Anzug windet sich etwas, als
wenn sein Kragen nicht richtig sitzen würde und an seinem Nacken
schürft. „Ja, du hast ja schon recht. Aber es sind schon ZU viele
aufmerksam geworden. Die trauen uns nicht mehr. Bedenke bitte auch,
dass ich mit meinen vorgetäuschten Bankrotten einiger Banken ja auch
schon Billionen von Steuergeldern erhalten habe. Das geht auch nicht
mehr lange. Dann fliege ich auf!“
Der
andere Mann lacht laut auf. „Haha, du Angsthase. Aber Respekt. Die
Bankenkrise war sehr gut von dir durchdacht, um an die Steuergelder ran
zu kommen“. – Dann beugt er sich weit vor, sodaß er fast in gleicher
Höhe mit seinem Gesprächspartner ist und ihn voll ins Auge blicken
kann. Dann flüstert er ganz leise: „Und das machen wir beide gemeinsam
noch mal, verstehste? Bevor das Volk dahinter kommt, wer sie betrügt
und ausnimmt!“ – Er lacht laut auf und zündet sich eine brasilianische
Zigarre an. „Ich will, dass der nächste Coup gelingt. Du weißt, was ich
meine!“
Der
drohende Blick seines Gesprächspartners in dem Silberstreifenanzug läßt
den Banker erzittern. Er weiß genau, dass dieser Mann zu allem fähig
ist. Aber auch er ist bereit, alles zu geben, damit nicht nur er,
sondern auch seine Erben bald die Welt beherrschen können. Dieser Mann,
der ihm gegenüber steht, ist der Schlüssel zur Macht, das ist klar.
Jetzt kommt es nur noch darauf an, die besten Bedingungen zu schaffen,
damit er mit an der Spitze steht. Plötzlich kommt ihm eine Idee und er
strahlt seinem Gegenüber an: „Was hältst du davon, wenn ich mal, sagen
wir 5 Millionen, in den Schutz des Regenwaldes pumpe?“
Der
andere dreht sich entsetzt um. „Bist du total blöde? – Was soll denn
das bewirken? – Wir haben schon zuviel riskiert und diese Bad Bank der
Deutschen wirkt auch nicht so, wie wir es geplant haben!“
„Klar, aber wir schaffen uns damit eine weiße Weste. Und wenn wir die Kirche einschalten…“
„Moment“, unterbricht ihn der andere, indem er die Augenbrauen hochzieht, „du meinst…“
„Genau!
Dann stehen wir als der Retter der Umwelt da. Dann ist der ganze
Schwindel mit CO2 und der Schweinegrippe vergessen und die Bildzeitung
meldet am nächsten Morgen, wie toll wir dann sind und den
lebenswichtigen Regenwald retten!“
Der
andere streicht langsam, aber ruhig nachdenkend durchs Zimmer und fährt
sich nachdenklich durchs Haar: „Die Idee ist garnicht mal so schlecht“,
meint dann der Unbekannte in seinem Nadelstreifen-Anzug und murmelt vor
sich hin: „Das würde eine ganz perfekte Tarnung sein. Und damit werden
wir so nebenbei verhindern, dass die neumodischen Technologien zum Zug
kommen, damit Daimler und Co weiter ihre umweltschädigenden Motoren
produzieren können. – Nicht schlecht!“
Dann
wird er wieder lauter, beugt sich vor und zeigt mit der Zigarre auf
seinen Gesprächspartner: „Aber dafür brauche ich wieder Geld, was DU
DIR von den Steuerzahlern besorgst. Ist das klar???“
„Ja natürlich“, beeilt sich sein Geschäftspartner zu versichern, „ich stelle die Mittel schon morgen zur Verfügung.“
Schon
wieder ruhiger und ganz der Boss: „Wunderbar. Dann gehe ich übermorgen
zur Bundeskanzlerin und zu diesem, wie heißt dieser unaussprechliche
Mensch noch, sowas wie Osterwelle?“ Er hält inne und lacht über seinen
eigenen Witz. „Und dann werde ich sicher die Genehmigung erhalten für
den nächsten Schlag. Und wenn sie die Mehrwertsteuer auf 50% erhöhen
müssen, das schert mich der Teufel. Ich werde es ja von den
Steuerzahlern alles zurück erhalten.“
Er schaut sein Gegenüber leicht lächelnd ins Gesicht. „Weißt du, was doof und total bescheuert ist?“
Der
Banker stutzt und macht ein ratloses Gesicht, obwohl er es sich schon
denken kann. Denn er hat die Lösung des Rätsels schon mehrfach
ausgetestet. Trotzdem fragt er zaghaft: „Ich weiß nicht, was du meinst!“
Der
Anzug mit den Silberstreifen aus einer Sonderkollektion lässt ein
breites und verkniffendes Lächeln hören, bleibt aber absolut im
Schatten stehen: „Du weißt es, mein Lieber. Aber ich sage es dir
trotzdem:“ – Er zündet sich eine neue Havanna-Zigarre der teuersten
Sorte an und klemmt sie sich zwischen den Mundwinkeln. Dabei lächelt er
hämisch: „Das Volk, mein Lieber. Das Volk. Die Menschen sind zu dumm zu
begreifen. Und deshalb werden wir auch mit deiner Idee Erfolg haben.
Bald gehört die Welt uns. Meine Söldner in USA und Europa stehen schon
bereit. Meine Privatarmeen in Afghanistan und in den anderen
Krisengebieten leisten volle Arbeit. Bald ist es soweit.“
Dann
jauchzt er auf und tritt halb aus dem Schatten heraus: „Die Welt gehört
mir. Ich habe es erreicht über Pandemie, Klimakrise, Krieg überall und
jetzt das neue Projekt. Ich habe es erreicht. Die Welt gehört mir!!!“
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Ein phantasievoller Dialog? – Denkt mal darüber nach, ob es nicht genauso gewesen sein könnte.